Geflügelpest gehört zu den gefürchtetsten Krankheiten in der Geflügelbranche – und das zu Recht. Bei der hochpathogenen Variante (HPAI) kann Geflügel innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Auftreten erster Symptome sterben. In schweren Fällen verenden die Tiere sogar ohne vorherige sichtbare Anzeichen. Die Sterblichkeit innerhalb einer Herde kann innerhalb weniger Tage auf nahezu 100 Prozent ansteigen. Je schneller du die Krankheit erkennst und meldest, desto mehr Schaden kannst du begrenzen – für dich selbst und für die gesamte Branche.
Was sind die ersten Symptome der Geflügelpest bei Masthähnchen?
Die ersten Symptome der Geflügelpest bei Masthähnchen sind plötzliche Todesfälle, stark verminderte Aktivität, kaum Fress- und Trinkverhalten, Atemwegsprobleme sowie neurologische Erscheinungen wie Drehen oder Fallen. Bei HPAI können diese Anzeichen so schnell auftreten, dass Tiere sterben, bevor deutliche Krankheitssymptome erkennbar sind.
In der Praxis zeigt sich bei einem Geflügelpestausbruch, dass Küken schnell weniger aktiv werden und sich zusammendrängen. Sie fressen und trinken kaum noch, Kamm und Kehllappen sind geschwollen, und Kamm, Kehllappen sowie Beine verfärben sich bläulich. Durchfall und ein starker Rückgang der Wasseraufnahme sind ebenfalls frühe Signale, die ernst genommen werden sollten. Das Tückische daran ist, dass diese Symptome auch bei anderen Krankheiten auftreten können, weshalb man nicht immer sofort an Geflügelpest denkt.
Vertrau auf deine Sinne. Ein ungewöhnlicher Anstieg der Verluste – selbst wenn es nur eine Handvoll Tiere pro Tag ist – ist ein Signal, sofort zu handeln. Warte nicht, bis sich die Situation verschlechtert.
Was ist der Unterschied zwischen HPAI und LPAI bei der Geflügelpest?
Der Unterschied zwischen HPAI und LPAI liegt im Schweregrad der Erkrankung. HPAI (hochpathogen) verursacht schwere Krankheitserscheinungen und hohe Sterblichkeit, manchmal bis zu nahezu 100 Prozent der Herde innerhalb weniger Tage. LPAI (niedrigpathogen) verläuft milder mit weniger Verlusten, kann jedoch unter bestimmten Umständen zur gefährlicheren HPAI-Variante mutieren.
Bei LPAI sind vor allem Atemwegsprobleme, ein leichter Rückgang der Leistung und etwas erhöhte Verluste zu beobachten. Die Tiere können sich erholen, doch das Ausbreitungsrisiko bleibt bestehen. Gerade weil LPAI weniger auffällig ist, wird es manchmal erst spät entdeckt. Dennoch ist auch LPAI meldepflichtig, und bei einem Verdacht muss umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden.
Beide Varianten werden durch Influenzaviren vom Typ A verursacht, darunter bekannte Stämme wie H5N1 und H5N8. Die Pathogenität wird durch die Eigenschaften des Virus bestimmt, nicht durch den Wirt. Daher ist eine Laboruntersuchung unerlässlich, um die Variante zu bestätigen.
Wie breitet sich die Geflügelpest so schnell in einer Herde aus?
Die Geflügelpest breitet sich schnell in einer Herde aus, weil das Virus über Kot, Speichel und Atemluft übertragen wird. Masthähnchen leben auf engem Raum zusammen, wodurch sich das Virus innerhalb weniger Stunden durch den gesamten Stall verbreiten kann. Ein einziges infiziertes Tier kann Tausende andere Tiere über direkten Kontakt oder über kontaminierte Einstreupartikel in der Luft anstecken.
Die Ausbreitung der Geflügelpest bei Geflügel erfolgt auch auf indirekten Wegen. Schuhe, Kleidung, Geräte und Fahrzeuge können das Virus von einem Stall in den nächsten tragen. Wildvögel – insbesondere Wasservögel – sind eine bekannte Infektionsquelle. Über die Luft oder durch Kontakt mit dem Kot von Wildvögeln außerhalb des Stalls kann das Virus eindringen, selbst wenn die Türen geschlossen sind.
Innerhalb einer Masthähnchenherde verläuft die Ausbreitung rasend schnell. Die hohe Besatzdichte und das gemeinsame Luftzirkulationssystem ermöglichen eine leichte Übertragung von Tier zu Tier. Genau deshalb ist eine frühzeitige Erkennung so wichtig: Je früher du eingreifst, desto geringer der Schaden.
Was musst du bei einem Verdacht auf Geflügelpest im Stall tun?
Bei einem Verdacht auf Geflügelpest im Stall musst du den Stall sofort sperren, alle Bewegungen von Personen und Material einstellen und deinen Tierarzt anrufen. Geflügelpest ist eine meldepflichtige Krankheit. Wenn der Tierarzt einen Verdacht bestätigt, ist er verpflichtet, dies bei der Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit (NVWA) zu melden.
Gehe dabei in der richtigen Reihenfolge vor:
- Stoppe alle Bewegungen in und aus dem Stall, einschließlich Personal, das in andere Ställe geht.
- Ruf sofort deinen Tierarzt an, auch außerhalb der Geschäftszeiten.
- Berühre keine toten oder kranken Tiere ohne Schutzkleidung.
- Informiere niemand anderen, bevor der Tierarzt vor Ort war, um Panik und unnötige Bewegungen zu vermeiden.
- Warte auf Anweisungen der NVWA, sobald die Meldung offiziell erfolgt ist.
Das eigenständige Entnehmen von Proben oder das Abtransportieren von Tieren ist nicht erlaubt, sobald ein Verdacht auf Geflügelpest besteht. Halte dich an das offizielle Verfahren und handle nicht auf eigene Faust. Je schneller du anrufst, desto schneller gibt es Klarheit und desto besser lässt sich der Schaden begrenzen.
Als unabhängige Geflügelpraxis sind wir für unsere Kunden rund um die Uhr erreichbar. Die frühzeitige Erkennung von Krankheiten wie der Geflügelpest ist ein fester Bestandteil unserer Betreuung, damit du in dem Moment, in dem es wirklich darauf ankommt, nie allein dastehst. Auf unserer Seite über unsere Dienstleistungen erfährst du, wie wir Betriebsbetreuung und Monitoring miteinander verbinden.
Wie schützt man einen Masthähnchenbetrieb vor Geflügelpest?
Du schützt einen Masthähnchenbetrieb vor Geflügelpest durch konsequente Biosicherheitsmaßnahmen. Das bedeutet: unerwünschte Besucher fernhalten, eine klare Trennung zwischen Rein- und Schmutzbereich einhalten, Wildvögel aus dem Stall heraushalten sowie alle Materialien und Fahrzeuge, die das Gelände betreten, reinigen und desinfizieren. Vorbeugung ist der einzige wirksame Schutz, denn gegen HPAI gibt es keine Behandlung.
Biosicherheit beginnt bei den Grundlagen
Sorge dafür, dass dein Stall gut gegen Wildvögel abgedichtet ist. Überprüfe regelmäßig auf Öffnungen im Dach, in den Wänden und rund um die Lüftungsgitter. Schränke die Anzahl der Personen ein, die den Stall betreten, und stelle sicher, dass alle Betriebskleidung und Stiefel tragen, die ausschließlich im Stall verwendet werden. Ein Besucherregister ist kein überflüssiger Luxus – es ist eine Notwendigkeit.
Monitoring als präventives Mittel
Regelmäßiges Monitoring deiner Herde hilft dir, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Achte auf Veränderungen beim Wasser- und Futterverbrauch sowie bei den Verlusten. Kleine Abweichungen können das erste Anzeichen eines Problems sein. Wir besuchen viele Betriebe in Norddeutschland und den Niederlanden und erkennen dadurch unerwünschte Entwicklungen oft frühzeitig. Über das Gezondheidscentrum voor Pluimvee kannst du mehr darüber lesen, wie wir Betriebe beim Aufbau eines soliden Präventionsprogramms begleiten.
Wie das Gezondheidscentrum voor Pluimvee bei der Geflügelpestprävention und Früherkennung hilft
Geflügelpest ist eine Bedrohung, der du nicht allein begegnen musst. Wir helfen Masthähnchenhaltern in Nordniedersachsen und Deutschland dabei, ihren Betrieb bestmöglich zu schützen – von Biosicherheitsmaßnahmen bis hin zu schnellem Handeln bei einem Ausbruchsverdacht. Konkret tun wir dies durch:
- Routinemäßige Betriebsbetreuung mit Fokus auf die Früherkennung von Krankheitsbildern, einschließlich der Symptome der Geflügelpest bei Hühnern
- Laboruntersuchungen zur schnellen Bestätigung oder zum Ausschluss von Geflügelpest und anderen Infektionen
- Beratung zur Biosicherheit, abgestimmt auf deine spezifische Stall- und Betriebssituation
- Erreichbarkeit rund um die Uhr, damit du sofort anrufen kannst, wenn du etwas Verdächtiges bemerkst – auch mitten in der Nacht
- Ein fester Tierarzt pro Betrieb, der deine Situation kennt und keine Zeit mit Erklärungen zu deinem Stall verliert
Möchtest du wissen, wie wir deinen Betrieb bei der Geflügelpestprävention begleiten können, oder hast du jetzt einen dringenden Verdacht? Nimm direkt Kontakt mit uns auf oder lies mehr darüber, wer wir sind und wie wir arbeiten.
