Geflügelpest kann bei Geflügel rasend schnell verlaufen. Bei der hochpathogenen Variante (HPAI) können Hühner innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome sterben. Bei schweren Ausbrüchen steigt die Sterblichkeit innerhalb weniger Tage auf bis zu 90 bis 100 Prozent des Bestands. Wie schnell es genau geht, hängt vom Virusstamm, dem Zustand des Bestands und dem Zeitpunkt des Eingreifens ab. Im Folgenden erfahren Sie als Geflügelhalter alles Wissenswerte über Geflügelpest: von den ersten Anzeichen bis zu den Schritten, die Sie bei einem Verdacht unternehmen sollten.
Was sind die ersten Symptome der Geflügelpest bei Hühnern?
Die ersten Symptome der Geflügelpest bei Hühnern sind plötzliche Todesfälle, ausgeprägte Teilnahmslosigkeit, stark verringerte Futter- und Wasseraufnahme sowie ein rapider Rückgang der Leistung. Bei Legehennen kann die Eiproduktion manchmal innerhalb eines Tages dramatisch einbrechen. Achten Sie auch auf Kamm und Kehllappen: Schwellungen sowie Blaufärbung von Kamm, Kehllappen und Beinen sind charakteristische Anzeichen der Geflügelpest.
Weitere Symptome, die auftreten können, sind:
- Neurologische Erscheinungen wie Drehen, Zittern oder Lähmungserscheinungen
- Atemwegsprobleme und Nasenausfluss
- Wässriger oder grüner Durchfall
- Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) im Bereich von Kopf und Hals
- Plötzliche Todesfälle ohne erkennbare vorherige Krankheitszeichen
Das Heimtückische an der Geflügelpest ist, dass Hühner manchmal nur wenige Stunden krank wirken, bevor sie sterben. Dadurch kann sich die Situation in einem Bestand schnell zuspitzen. Eine frühzeitige Erkennung ist daher so wichtig: Je früher Sie Auffälligkeiten bemerken, desto schneller können Sie handeln.
Was ist der Unterschied zwischen hoch- und niedrigpathogener Geflügelpest?
Der wichtigste Unterschied zwischen hochpathogener (HPAI) und niedrigpathogener (LPAI) Geflügelpest liegt im Schweregrad der Erkrankung und der Sterblichkeit. HPAI verursacht eine akute, schwere Erkrankung mit einer Sterblichkeit von manchmal 90 bis 100 Prozent innerhalb weniger Tage. LPAI verläuft milder, mit Atemwegsproblemen und Leistungseinbußen, jedoch selten mit massenhaften Todesfällen.
Beide Varianten werden durch Influenzaviren des Typs A verursacht, unterscheiden sich jedoch in ihrer Fähigkeit, sich im Körper des Tieres auszubreiten. Bei HPAI verbreitet sich das Virus im gesamten Körper und befällt die Organe. Bei LPAI bleibt die Infektion weitgehend auf die Atemwege und den Darm beschränkt.
In der Praxis ist die Unterscheidung auch rechtlich relevant: HPAI ist eine meldepflichtige Krankheit. Bei einem Verdacht sind Sie als Tierhalter verpflichtet, dies unverzüglich beim zuständigen Veterinäramt zu melden. In den Niederlanden koordiniert die NVWA die Bekämpfung, während der Gezondheidsdienst voor Dieren (GD) Tierärzte und Tierhalter mit Diagnostik und Beratung unterstützt. Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) analysiert die Proben und veröffentlicht die Ergebnisse.
Wie verbreitet sich die Geflügelpest innerhalb eines Bestands?
Geflügelpest verbreitet sich innerhalb eines Bestands durch direkten Kontakt zwischen Tieren sowie über Ausscheidungen, Speichel und Atemluft. Das Virus ist in hoher Konzentration im Kot infizierter Tiere vorhanden. Über Einstreu, Trinkwasser, Futter und Luftströmungen kann sich das Virus rasend schnell durch einen Stall verbreiten.
Außerhalb des Stalls sind wildlebende Wasservögel die wichtigste Infektionsquelle. Sie tragen das Virus häufig, ohne selbst zu erkranken, und verbreiten es über ihre Ausscheidungen in der Umgebung. Der Eintrag in einen Betrieb erfolgt dann über:
- Kontaminierten Mist oder Wasser, das in Kontakt mit dem Stall gelangt
- Kontaminiertes Material, Kleidung oder Schuhwerk von Personen, die den Stall betreten
- Einschleppung durch Fahrzeuge, Käfige oder Ausrüstung
- Indirekte Verbreitung über die Luft bei hoher Dichte infizierter Betriebe in einer Region
Sobald das Virus einmal in einem Stall ist, geht die Ausbreitung schnell. Besonders bei Masthähnchen, die eng zusammenleben, kann ein Bestand innerhalb von 24 bis 48 Stunden vollständig infiziert sein. Rund um positiv getestete Betriebe gilt eine Schutzzone von 3 km und eine Überwachungszone von 10 km. Vorbeugende Keuschungen werden nicht mehr durchgeführt.
Was sollten Sie bei einem Verdacht auf Geflügelpest tun?
Bei einem Verdacht auf Geflügelpest müssen Sie sofort handeln: Rufen Sie Ihren Tierarzt an und erstatten Sie Meldung beim zuständigen Veterinäramt. Warten Sie nicht ab, ob es von selbst vergeht. Je schneller Sie handeln, desto geringer ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung im Betrieb und in die Umgebung.
Gehen Sie dabei Schritt für Schritt wie folgt vor:
- Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an, bei erhöhter Sterblichkeit, plötzlichem Leistungsabfall oder sichtbaren Symptomen wie Blaufärbung von Kamm und Kehllappen
- Melden Sie es beim zuständigen Veterinäramt, wenn Sie einen ernsthaften Verdacht auf HPAI haben
- Schränken Sie den Zugang zu Ihrem Betrieb ein: Lassen Sie keine Besucher zu und verlassen Sie den Stall so wenig wie möglich
- Nehmen Sie Proben für die Diagnostik, damit schnell geklärt werden kann, ob es sich tatsächlich um Geflügelpest handelt
- Befolgen Sie die Anweisungen des Veterinäramts, sobald das Ergebnis vorliegt
Masthähnchen werden nicht gegen Geflügelpest geimpft. Impfungen im Geflügelsektor betreffen stets Legehennen oder anderes Geflügel mit längerer Lebensdauer. Bei Masthähnchen kommt es auf schnelle Erkennung und gute Biosicherheit an.
Wie schützen Sie einen Geflügelbetrieb vor Geflügelpest?
Sie schützen einen Geflügelbetrieb vor Geflügelpest, indem Sie ein striktes Biosicherheitsprotokoll einhalten, das das Risiko einer Viruseinschleppung so gering wie möglich hält. Die Kombination aus guten Hygienemaßnahmen, der Reduzierung von Kontaktmöglichkeiten und frühzeitigem Monitoring bietet den stärksten Schutz, den Sie aufbauen können.
Konkrete Maßnahmen, die den Unterschied machen:
- Absicherung des Stalls gegen Wildvögel: Schließen Sie alle Öffnungen, reparieren Sie Netze und kontrollieren Sie Lüftungsöffnungen
- Striktes Besuchermanagement: Stellen Sie sicher, dass jeder, der den Stall betritt, saubere Schutzkleidung und Stiefel trägt
- Desinfektionsbäder am Stalleingang und für Fahrzeuge, die den Betrieb betreten
- Kein gemeinsam genutztes Material mit anderen Betrieben ohne gründliche Reinigung und Desinfektion
- Regelmäßiges Monitoring der Tiergesundheit, damit Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden
- Bewusstsein für die Region: In Zeiten erhöhten Risikos (Herbst und Winter) besonders aufmerksam auf Anzeichen achten
Biosicherheit ist keine einmalige Maßnahme, sondern eine tägliche Gewohnheit. In den Betrieben, die wir in Norddeutschland und den Niederlanden betreuen, stellen wir fest, dass Tierhalter, die ihr Protokoll konsequent einhalten, deutlich seltener von einer Einschleppung betroffen sind. Weitere Informationen darüber, was eine gute Betreuung beinhaltet, finden Sie auf der Seite unsere Dienstleistungen für Masthähnchenbetriebe.
Wie das Gezondheidscentrum voor Pluimvee bei der Geflügelpestprävention hilft
Als unabhängige Geflügelpraxis helfen wir Masthähnchenhaltern dabei, Geflügelpest so früh wie möglich zu erkennen und das Risiko einer Einschleppung zu verringern. Die frühzeitige Erkennung unerwünschter Entwicklungen ist fester Bestandteil unserer Betreuung. Jeder unserer Kunden hat bei uns einen festen Tierarzt, der den Betrieb kennt und rund um die Uhr erreichbar ist, ohne dass Sie den Umweg über eine zentrale Planung nehmen müssen. Auf gvp-emmen.nl erfahren Sie mehr über unseren Ansatz.
Was wir konkret für Sie im Bereich Geflügelpestprävention tun:
- Routinemäßiges Monitoring der Tiergesundheit und frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten
- Unterstützung beim Aufbau und der Optimierung Ihres Biosicherheitsprotokolls
- Schnelle Diagnostik über unser Labor, das als internationales Referenzlabor an den GD angeschlossen ist
- Sofortige Beratung und Betreuung bei Verdacht auf Geflügelpest, auch außerhalb der Geschäftszeiten
- Zusammenarbeit mit Brütereien, Schlachthöfen und Futtermittellieferanten, um die gesamte Kette zu verstehen
Möchten Sie wissen, wie wir Ihren Betrieb betreuen können? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf für ein unverbindliches Gespräch, oder lesen Sie mehr über wer wir sind und wie wir arbeiten.
